Helga-Stödter-Preis der Handelskammer Hamburg 2016

Hamburger Feuerkasse und Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein ausgezeichnet

160414_Helga_Stoedter_Preis_AHU_001„Die tradierte Vorstellung vom Hafengeschäft als Männerdomäne, in der nur Männer mit selbstverständlich nur Männer akzeptierenden Kunden bestenfalls bei Rotwein und Zigarre ihre Verträge aushandeln, ist ein Blick in den Rückspiegel und eignet sich allenfalls für die Geschichtsbücher. Die Realität ist gekennzeichnet durch eine enorme Konzentration auf wenige weltweit agierende Akteure, die ihre Ziele entsprechend ihrer betriebswirtschaftlichen Logik durchsetzen. Lediglich die Rolle und nicht das Geschlecht des Verhandlungspartners ist dabei relevant.“

Heinz Brandt, Mitglied des Vorstands und Arbeitsdirektor der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) in seinem Vortrag anläßlich der 5. Verleihung des Helga-Stödter-Preises in der Handelskammer Hamburg, 14.04.2016

Hamburg, 14. April 2016 – Die VHH-Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein in der Kategorie „Großunternehmen“ und die Hamburger Feuerkasse in der Kategorie „kleines und mittelgroßes Unternehmen“ haben den Helga-Stödter-Preis für Mixed Leadership gewonnen. Damit zeichnen die Handelskammer Hamburg und die Helga-Stödter-Stiftung zum fünften Mal Hamburger Unternehmen aus, die sich vorbildlich und nachhaltig für ein ausgewogenes Verhältnis von Frauen und Männern in Führungspositionen einsetzen.

Die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein haben bei ihrem erfolgreichen Prozess, Frauen in Führung zu bringen, unter anderem bei den Betriebsleitern den Frauenanteil von 0 Prozent im Jahr 2009 auf 67 Prozent in 2015 erhöht. Überdies gibt es laut Jury diverse Maßnahmen zur Förderung qualifizierter Frauen: Die Personalakquise wurde gezielt auf Frauen ausgerichtet, und es gibt spezielle Weiterbildungs- sowie Coachingangebote für Frauen. Darüberhinaus sind Jobsharing, Führung in Teilzeit, Teilzeitausbildung, flexible Arbeitszeiten sowie Home Office möglich. Bei der Feuerkasse lobten die Juroren das konsistente Konzept und die strategische Ausrichtung des Gesamtkonzerns zur „proaktiven Förderung von Frauen in Führung“, die Gründung eines Frauennetzwerkes sowie Mentoringprogramme für Abteilungsleiterinnen und Mitarbeiterinnen. Innerhalb des Provinzial NordWest Konzerns sind von der Hamburger Feuerkasse viele Impulse zur konkreten Umsetzung von „Mixed Leadership“ ausgegangen.

Handelskammer-Präses Fritz Horst Melsheimer zog in seiner Rede bei der Verleihungsveranstaltung im Albert-Schäfer-Saal vor 250 Gästen eine Zwischenbilanz nach einem Jahr Frauenquote und kritisierte, dass der „erhoffte Durchbruch bislang ausgeblieben“ sei. Dies gelte weniger für die Aufsichtsratsmandate als vor allem für die Vorstände und oberen Führungsetagen. „Ein großer Teil der Konzern- und Unternehmensleitungen der großen deutschen Firmen identifiziert sich nicht mit der Quote und erfüllt die gesetzlichen Vorgaben nur minimalistisch“, bemängelte Melsheimer. Um dies zu ändern, müsse an den „Karrieresystemen“ gearbeitet werden: „Jobsharing in Führungspositionen, Führung in Teilzeit, Home Office, die Verpflichtung, bei Bewerbungen auch Frauen auf die Shortlists zu setzen, Mentoringprogramme – all das zusammengenommen weist in die richtige Richtung.“ Und natürlich müsse auch die Betreuungsinfrastruktur stimmen – in den Kitas, aber auch in den Unternehmen selbst.

Melsheimer regte außerdem eine noch engere Kooperation der IHKs in Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen beim Thema “ Frauen und Wirtschaft“ an. „Damit wir auf diesem Wege zeigen können: Die norddeutsche Wirtschaft steht für Mixed Leadership!“

Die Handelskammer ist seit 1665 die Selbstverwaltung der gewerblichen Hamburger Wirtschaft. Sie vertritt die Interessen von etwa 150.000 Unternehmen gegenüber Politik und Verwaltung, ist kundenorientierter Dienstleister für unsere Mitgliedsfirmen und unabhängiger Anwalt von Markt, Wettbewerb und Fair Play. Wir beraten Unternehmen, wir bündeln Interessen und wir bilden Menschen. Über 700 Unternehmerinnen und Unternehmer aus Industrie, Handel und Dienstleistungen engagieren sich ehrenamtlich bei uns als gewählte Vertreter ihrer Branchen in über 30 Gremien. Sie tragen entscheidend zur Meinungsbildung der Handelskammer bei. Außerdem nehmen 4.000 ehrenamtliche Unternehmensvertreter die Prüfungen in der dualen Berufsausbildung ab, die uns der Staat per Gesetz als hoheitliche Aufgabe übertragen hat. Unser Leitsatz heißt: „Wir handeln für Hamburg.“

Weitere Informationen:

Beitrag im NDR Hamburg Journal vom 14. April 2016 um 19.30 Uhr (32 Sekunden lang, Beginn bei Minute 19:28, Ende bei 20:00.): https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/hamburg_journal/Hamburg-Journal,hamj47392.html

Veröffentlichung aus der Homepage www.business-on.de:
Frauen in Führungspositionen: Hamburger Unternehmen ausgezeichnet

Bericht von der HK Hamburg:
Helga-Stödter-Preis für Frauen in Führungspositionen

Bericht vom VHH:
Ausgezeichnet: VHH erhält Helga-Stödter-Preis

Bericht der Feuerkasse Hamburg:
Viele Frauen in Führungspositionen

Bericht der Messe Hamburg:
„Hamburg Messe soll größte in Deutschland werden“

Bildergalerie


Fotos: Annegret Hultsch


Rückblick:

Helga-Stödter-Preis der Handelskammer Hamburg 2015

Mixed Leadership

UPY_5160_2„Wenn Zeitungen Seismographen gesellschaftlicher Entwicklungen sein wollen,
dann kann es einfach nicht sein, dass vor allem Männer entscheiden, über welche
Themen in welcher Form berichtet wird.“

Giovanni di Lorenzo, Chefredakteur der ZEIT in seinem Vortrag anlässlich der Preisverleihung in der
Handelskammer Hamburg am 15.4.2015

 

ECE, Baseler Hof und Messe gewinnen Helga-Stödter-Preis

Hamburg, 15. April 2015 – Die ECE Projektmanagement Gesellschaft in der Kategorie „Großunternehmen“ sowie das Hotel Baseler Hof und die Hamburg Messe und Congress GmbH in der Kategorie „kleines und mittelgroßes Unternehmen“ haben den Helga-Stödter-Preis für Mixed Leadership gewonnen. Damit zeichnen die Handelskammer Hamburg und die Helga-Stödter-Stiftung zum vierten Mal Hamburger Unternehmen aus, die sich vorbildlich und nachhaltig für ein ausgewogenes Verhältnis von Frauen und Männern in Führungspositionen einsetzen.

Die ECE habe eine langfristig ausgerichtete Mixed Leadership-Strategie, die vom Vorstandsvorsitzenden Alexander Otto und der Geschäftsleitung getragen und im gesamten Unternehmen gelebt werde, sagte Moderatorin Julia-Niharika Sen in ihrer Laudatio. Führungspositionen werden auch in Teilzeit ausgeübt, Frauen und Männer gleich bezahlt und es gibt vorbildliche Maßnahmen bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Das Unternehmen hat seinen Frauenanteil auf der ersten Führungsebene (d. h. Beirat und Management Board) von 0 Prozent (2011) auf 23 Prozent (2015) gesteigert, der gesamte Frauenanteil auf allen Führungsebenen beträgt mittlerweile 33 Prozent.

Beim Baseler Hof lobte die siebenköpfige Jury unter anderem, dass es auf den ersten beiden Führungsebenen mehr Frauen als Männer gebe und Wochenend-Kinderbetreuung im eigenen Haus angeboten werde. Die ebenfalls als Gewinnerin der Kategorie „kleines und mittelgroßes Unternehmen“ ausgezeichnete Hamburg Messe und Congress bietet flexible Arbeitszeiten auf allen Verantwortungsebenen an, ist in der Gesch.ftsführung geschlechterparitätisch besetzt und hat im Aufsichtsrat einen Frauenanteil von 42 Prozent.

Beim Thema „Frauen in Führungspositionen“ eng zusammenarbeiten

Frauen und Männer, appellierte Handelskammer-Vizepräses Christina Jagdmann in ihrem Grußwort, müssten zusammen die Arbeit von Handelskammer und in der Wirtschaftspolitik in Hamburg bestimmen. „Nur gemeinsam sind wir stark, wenn wir beim Thema ´Frauen in Führungspositionen´ etwas bewegen wollen!“, so Jagdmann. Sie betonte, dass auch die Handelskammer bemüht sei, ihren Frauenanteil in Führungspositionen zu erhöhen: „In der aktuellen Wahlperiode konnten wir den Frauenanteil im Plenum von bislang nur acht Prozent auf 27 Prozent erhöhen.“

Handelskammer lehnt feste Frauenquote ab

Vizepräses Jagdmann würdigte das „Gleichstellungspolitische Rahmenprogramm“ der ehemaligen Hamburger Justizsenatorin Schiedek als einen „entscheidenden Schritt, um die Zahl der Frauen in den Aufsichtsgremien der öffentlichen Unternehmen und Institutionen zu erhöhen“. Das Bundesgesetz für die Frauenquote enthalte allerdings „Licht und Schatten“. Auch wenn die Handelskammer laut einem Plenarbeschluss vom 7. Juni 2012 eine feste Quote ablehne, so könne die geplante Verpflichtung für rund 3500 Firmen auf eine frei wählbare Zielgröße beim Frauenanteil in den obersten Führungsebenen aus Sicht der Handelskammer hingegen durchaus hilfreich sein, „die Unternehmen zu sensibilisieren und sie auf den richtigen Pfad zu bringen“. An die Adresse des neuen Senats gerichtet, sagte Jagdmann: „Wenn es dem neuen Senat gelingt, den Übergang zu einem flächendeckenden System von echten Ganztagsschulen rasch zu vollziehen und auch die Kita-Öffnungszeiten noch stärker als bisher an die berufliche Wirklichkeit von Müttern und Vätern anzupassen, dann wäre das ein echter Durchbruch.“

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Fotos: Ulrich Perrey

Weitere Informationen:

Helga-Stödter-Preis – Film auf den Seiten der Handelskammer:
http://www.hk24.de/servicemarken/presse/pressemeldungen/Frauen-in-Fuehrungspositionen/1690494

Beitrag im NDR Hamburg Journal vom 15. April 2015 um 19.30 Uhr (45 Sekunden lang, Beginn bei Minute 17.19, Ende bei 18.07.): http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/hamburg_journal/Hamburg-Journal,hamj40158.html

Pressemeldung NDR Helga-Stödter-Preis 2015 (PDF, 72 KB)

Pressespiegel zum Helga-Stödter-Preis 2015 (PDF, 417 KB)