Helga-Stödter-Preis der Handelskammer Hamburg 2018

NDR und Bucerius Law School gewinnen Helga-Stödter-Preis

Auszeichnung für vorbildliches Engagement bei „Mixed Leadership“ verliehen

Hamburg, 9. April 2018 – Der Norddeutsche Rundfunk und die Bucerius Law School haben den „Helga-Stödter-Preis der Handelskammer Hamburg für Mixed Leadership“ erhalten. Mit dem Preis würdigen Kammer und Helga-Stödter-Stiftung seit 2012 Hamburger Firmen, die sich vorbildlich und nachhaltig für ein ausgewogenes Verhältnis von Frauen und Männern in Führungspositionen einsetzen. Handelskammer-Präses Tobias Bergmann betonte in seinem Grußwort vor 320 Gästen, das Thema „Mixed Leadership“ sei in der Wirtschaft noch nicht ausreichend umgesetzt. „Das muss sich ändern. Wir brauchen beim Thema ‚Frauen in Führungspositionen‘ in Hamburg und in ganz Deutschland endlich einen Durchbruch. Das ist im Sinne der Unternehmen, der Frauen und der gesamten Gesellschaft“, so Bergmann weiter. Wie das funktionieren könne, machten die skandinavischen Länder vor. „In Deutschland ist der Schwung momentan raus. Dabei ist ‚Mixed Leadership‘ ganz klar ein Zukunftsthema, bei dem wir in Politik und Wirtschaft wieder mehr Fahrt aufnehmen müssen.“ Initiativen wie der Helga-Stödter-Preis würden das Engagement von Hamburger Unternehmen für Mixed Leadership sichtbar machen und könnten andere Unternehmen motivieren, sich in diesem Bereich ebenfalls zu engagieren.

Der Norddeutsche Rundfunk hat den „Helga-Stödter-Preis“ in der Kategorie „Großes Unternehmen“ gewonnen. Er konnte in den letzten fünf Jahren den Frauenanteil in Führungspositionen kontinuierlich auf mittlerweile 38 Prozent steigern. Dabei setzt der NDR auch auf Führung in Teilzeit. Bei der Förderung der Geschlechtergerechtigkeit werden auch die Männer einbezogen: Neben Frauenseminaren und -netzwerken gibt es auch Angebote für Väter. Die Jury lobte außerdem das klare Bekenntnis von NDR-Intendant Lutz Marmor zu einem Frauenanteil von 50 Prozent auf allen Hierarchieebenen. „Für dieses Ziel setze ich mich auch persönlich ein“, so Marmor. „Im vergangenen Jahr haben wir ganz gezielt Personalplanungsgespräche geführt, in denen wir konkrete Zielvereinbarungen getroffen haben, wie viele der zukünftig frei werdenden Führungspositionen wir mit Frauen besetzt haben wollen – und das haben wir mit den jeweiligen Direktorinnen und Direktoren, dem Leiter der Personalabteilung und der Gleichstellungsbeauftragten verbindlich festgehalten.“

Der „Helga-Stödter-Preis“ in der Kategorie „Kleines oder mittelgroßes Unternehmen“ ging an die Bucerius Law School. Den Ausschlag für die Jury gab die Tatsache, dass sich die Hochschule für die Erhöhung des Frauenanteils auf allen Ebenen – vom Hochschulmanagement über den Bereich der Lehre und Forschung bis zu den Studierenden – erfolgreich engagiert und das Thema Gender-Diversity mit Studien und Veranstaltungen begleitet. Die Bucerius Law School verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz. Das gemischte Führungsteam aus weiblicher Präsidentin und männlichem Geschäftsführer steht exemplarisch für die Umsetzung von Mixed Leadership. „Wir sind überzeugt, dass Mixed Leadership ein diverses Umfeld schafft. Es bietet mehr Chancen uns persönlich weiterzuentwickeln, die eigenen Überzeugungen zu überprüfen und unsere Kompetenzen auszubauen“, sagte die Präsidentin der Hochschule Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Katharina Boele-Woelki. Die Jury hob außerdem den Einsatz der Hochschule hervor, in Forschung und Lehre, aber auch in allen Hochschulpublikationen die Rollenstereotypen mit einer gendergerechteren Sprache und der Verwendung vielfältiger Rollenbilder abzubauen.


Die Handelskammer ist seit 1665 die Selbstverwaltung der gewerblichen Hamburger Wirtschaft. Sie vertritt die Interessen von etwa 160.000 Unternehmen gegenüber Politik und Verwaltung, ist kundenorientierter Dienstleister für unsere Mitgliedsfirmen und unabhängiger Anwalt von Markt, Wettbewerb und Fair Play. Wir beraten Unternehmen, wir bündeln Interessen und wir bilden Menschen. Über 700 Unternehmerinnen und Unternehmer aus Industrie, Handel und Dienstleistungen engagieren sich ehrenamtlich bei uns als gewählte Vertreter ihrer Branchen in über 30 Gremien. Sie tragen entscheidend zur Meinungsbildung der Handelskammer bei. Außerdem nehmen 4.000 ehrenamtliche Unternehmensvertreter die Prüfungen in der dualen Berufsausbildung ab, die uns der Staat per Gesetz als hoheitliche Aufgabe übertragen hat. Unser Leitsatz heißt: „Wir handeln für Hamburg.“

Bericht im Hamburg Journal vom 9. April 2018 (ab 00:18:24)

Bildergalerie

Fotos: © Handelskammer Hamburg / Ulrich Perrey


Die Jury-Mitglieder

Tobias Bergmann
Vorsitzender der Jury, Präses der Handelskammer Hamburg

Rena Bargsten
Past-Präsidentin des EWMD Deutschland e.V. – European Women’s Management Development International Network

Prof. Manuela Rousseau
Zonta-Club Hamburg-Elbufer

Adelheid Sailer-Schuster
Mitglied des Aufsichtsrats der Santander Consumer Bank, Ehem. Präsidentin der Hauptverwaltung der Deutschen Bundesbank in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein

Thomas Sattelberger
Vorstandsvorsitzender der Zukunftsallianz Arbeit & Gesellschaft und von MINT Zukunft schaffen, FDP-Bundestagsabgeordneter, ehem. Personalvorstand der Deutschen Telekom AG

Korinna Steffen
Mitglied des Ausschusses für Kultur und Wirtschaft der Handelskammer Hamburg

Henriette Rebhan
Vorstandsvorsitzende der Helga Stödter-Stiftung

Initiatoren

Handelskammer Hamburg

Helga Stödter-Stiftung – Frauen für Führungspositionen

Unterstützer des Helga-Stödter-Preises der Handelskammer Hamburg

EWMD Deutschland e.V. – European Women´s Management Development International Network www.ewmd.org

FIM e.V. – Vereinigung für Frauen im Management www.fim.de

VdU – Verband deutscher Unternehmerinnen e.V. www.vdu.de

ZONTA – die Zonta-Clubs Hamburg, Hamburg-Elbufer, Hamburg-Alster, Hamburg-Hanse, Hamburg Hafen zonta.org

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Zur Person der Stifterin Helga Stödter

Dr. Helga Stödter war nach dem Zweiten Weltkrieg eine der ersten und aktivsten Frauen­rechtlerinnen in Deutschland. Sie hat sich Zeit ihres Lebens für die Rechte der berufstätigen Frau eingesetzt und war Initiatorin zahlreicher Frauenvereinigungen und -initiativen. Vor al­lem aber hat sie die „Helga-Stödter-Stiftung Frauen für Führungspositionen“ ins Leben ge­rufen. Im Mai 2011 ist Dr. Helga Stödter im Alter von 89 Jahren verstorben. Ausführliche Informationen zu ihrem Wirken finden Sie hier.


Rückblick:

Gruner+Jahr und der Zeitverlag Gerd Bucerius gewinnen Helga-Stödter-Preis

Medienunternehmen für vorbildliches Engagement bei „Mixed Leadership“ ausgezeichnet

Hamburg, 27. März 2017 – Gruner+Jahr und der Zeitverlag Gerd Bucerius haben in den beiden Kategorien „Großunternehmen“ und „kleines oder mittelgroßes Unternehmen“ den „Helga-Stödter-Preis der Handelskammer Hamburg für Mixed Leadership“ erhalten. Damit würdigen Kammer und Helga-Stödter-Stiftung seit 2012 Hamburger Firmen, die sich vorbildlich und nachhaltig für ein ausgewogenes Verhältnis von Frauen und Männern in Führungspositionen einsetzen.

Handelskammer-Präses Fritz Horst Melsheimer betonte in seinem Grußwort vor 370 Gästen im Albert-Schäfer-Saal, dass Hamburg beim Thema „Mixed Leadership“ noch lange nicht am Ziel sei. Was ihm Sorgen mache, „ist die Tatsache, dass sich der Frauenanteil in den Führungspositionen der Hamburger Unternehmen insgesamt gesehen in den letzten Jahren nicht erhöht hat. Noch immer liegen wir bei einem Anteil von 25 Prozent – über alle Branchen und Firmengrößenklassen hinweg“, so Melsheimer. Ehrengast Tina Müller, Opel-Marketing-Chefin, sagte in ihrer Rede: „Das Umparken im Kopf beim Thema ‚Frauen in Führungspositionen‘ nimmt Fahrt auf, denn die Erkenntnis, dass Vielfalt zu besseren Ergebnissen führt, setzt sich durch.“

Gruner+Jahr engagiert sich seit 2011 für das Thema „Mixed Leadership“ und hat inzwischen einen sehr hohen Anteil von Frauen in Führungspositionen: Auf der ersten Führungsebene 33 Prozent, auf der zweiten 40 Prozent und auf der dritten 50 Prozent. Die Jury lobte außerdem das seit 2011 existierende interne Frauennetzwerk, die strategische Nachwuchsförderung und die Rekrutierung von Frauen über feste Quoten für weibliche Bewerberinnen in den Short Lists sowie die vorbildlichen Angebote zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Beim Zeitverlag fand die Jury preiswürdig, dass das Unternehmen seine Ziele beim Anteil von Frauen in Führungspositionen dieses Jahr deutlich übererfüllt hat: 50 Prozent der zweiten Führungsebene und 52 Prozent der dritten Führungsebene sind weiblich besetzt. Nur die oberste Ebene – Geschäftsführer und Chefredakteur – ist noch rein männlich. Beide Chefs stehen jedoch hinter dem Konzept des Mixed
Leadership, das beim Zeitverlag zur Unternehmenskultur gehört. Als vorbildlich werden auch die Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf angesehen wie „Führen in Teilzeit“, „Top Sharing“ (zwei Mitarbeiter teilen sich eine Führungsposition) oder Richtzeiten für Meetings (nur zwischen 9 und 17 Uhr).

Nach einer aktuellen Datenrecherche der Handelskammer sinkt der Anteil der Frauen in Führungspositionen der Hamburger Wirtschaft deutlich mit steigender Unternehmensgröße: Bei Firmen in Industrie, Handel und Dienstleistungen ohne Beschäftigte liegt er bei 31 Prozent, bei Unternehmen mit 1 bis 3 Mitarbeitern bei 26 Prozent. Danach sinkt der Anteil kontinuierlich, und bei Betrieben in den Größenklassen zwischen 5.000 und 10.000 oder mehr Beschäftigten liegt er bei nur noch rund 13 Prozent.

Die Handelskammer ist seit 1665 die Selbstverwaltung der gewerblichen Hamburger Wirtschaft. Sie vertritt die Interessen von etwa 160.000 Unternehmen gegenüber Politik und Verwaltung, ist kundenorientierter Dienstleister für unsere Mitgliedsfirmen und unabhängiger Anwalt von Markt, Wettbewerb und Fair Play. Wir beraten Unternehmen, wir bündeln Interessen und wir bilden Menschen. Über 700 Unternehmerinnen und Unternehmer aus Industrie, Handel und Dienstleistungen engagieren sich ehrenamtlich bei uns als gewählte Vertreter ihrer Branchen in über 30 Gremien. Sie tragen entscheidend zur Meinungsbildung der Handelskammer bei. Außerdem nehmen 4.000 ehrenamtliche Unternehmensvertreter die Prüfungen in der dualen Berufsausbildung ab, die uns der Staat per Gesetz als hoheitliche Aufgabe übertragen hat.
Unser Leitsatz heißt: „Wir handeln für Hamburg.“

Die Jury-Mitglieder

Fritz Horst Melsheimer
Präses der Handelskammer Hamburg

Rena Bargsten
Past-Präsidentin des EWMD Deutschland e.V. – European Women’s Management Development International Network

Henriette Rebhan
Vorstandsvorsitzende der Helga Stödter-Stiftung

Eva Rydell
Manager Product Cost Reduction, Shell, Zonta-Club Hamburg-Alster

Thomas Sattelberger
Ehemaliger Personalvorstand der Deutschen Telekom AG

Adelheid Sailer-Schuster
Mitglied des Aufsichtsrats der Santander Consumer Bank, Ehemalige Präsidentin der Hauptverwaltung der Deutschen Bundesbank in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein

Korinna Steffen
Mitglied des Plenums der Handelskammer Hamburg

Unterstützer

EWMD Deutschland e.V. – European Women´s Management Development International Network www.ewmd.org

FIM e.V. – Vereinigung für Frauen im Management www.fim.de

VdU – Verband deutscher Unternehmerinnen e.V. www.vdu.de

ZONTA – die Zonta-Clubs Hamburg, Hamburg-Elbufer, Hamburg-Alster, Hamburg-Hanse, Hamburg Hafen zonta.org


Zur Person der Stifterin Helga Stödter

Dr. Helga Stödter war nach dem Zweiten Weltkrieg eine der ersten und aktivsten Frauen­rechtlerinnen in Deutschland. Sie hat sich Zeit ihres Lebens für die Rechte der berufstätigen Frau eingesetzt und war Initiatorin zahlreicher Frauenvereinigungen und -initiativen. Vor al­lem aber hat sie die „Helga-Stödter-Stiftung Frauen für Führungspositionen“ ins Leben ge­rufen. Im Mai 2011 ist Dr. Helga Stödter im Alter von 89 Jahren verstorben. Ausführliche Informationen zu ihrem Wirken finden Sie hier.

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Fotos: © Handelskammer Hamburg / Annegret Hultsch